Das große Containerschiff OOCL Portugal hat erstmals den Hamburger Hafen angelaufen. Die Hafenbehörden gaben bekannt, dass der Schiffsverkehr auf der Elbe aufgrund der Größe des Schiffes vorübergehend eingestellt wurde. Dies verdeutlicht die Herausforderungen für die Hafeninfrastruktur und -dienstleistungen und demonstriert gleichzeitig die Leistungsfähigkeit eines der größten Häfen Westeuropas bei der Abfertigung großer Seefrachtmengen.
Das Containerschiff traf am 25. Januar aus Wilhelmshaven in Hamburg ein und wird seine Reise planmäßig mit Zwischenstopps in Rotterdam und Antwerpen fortsetzen. Um bei der Einfahrt in den deutschen Hafen ein reibungsloses und sicheres Anlegen gegenüber von Steinwerder zu gewährleisten, wurde der Schiffsverkehr auf der Elbe – wie für Schiffe dieser Größe üblich – vorübergehend eingestellt. Die unter Hongkong-Flagge fahrende OOCL Portugal (IMO: 9922615) liegt derzeit im Containerterminal Tollerort der HHLA Hamburger Hafen und Logistik vor Anker.
Das neu eingetroffene Schiff ist fast 400 Meter lang, 61 Meter breit und hat einen Tiefgang von 16,5 Metern. Daher war bei der Ankunft eine präzise Navigationskoordination unter Einbeziehung der Hafendienste erforderlich. Das 2024 in China gebaute Containerschiff hat eine Tragfähigkeit von 225.000 Tonnen und eine Kapazität von 24.188 TEU. Der Auftragnehmer, Nantong COSCO KHI Ship Engineering (NACKS), betonte, dass die OOCL Portugal mit einer Reihe von Lösungen zur Reduzierung des Energie- und Treibstoffverbrauchs ausgestattet wurde. Dies entspricht dem Trend zu mehr Umweltfreundlichkeit und soll die Wettbewerbsfähigkeit in der Schifffahrtsbranche stärken sowie die Dekarbonisierungsrichtlinien der IMO erfüllen.
Die Abfertigung großer Containerschiffe ist für den Hamburger Hafen von entscheidender Bedeutung, um seine Position im globalen Seeverkehr zu sichern. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres verzeichnete er einen deutlichen Anstieg des Containerumschlags auf 9,3 % gegenüber dem Wert von 2024. Insgesamt stieg der Umschlag in Hamburg um 3,6 % auf 57,8 Millionen Tonnen, darunter 4,2 Millionen TEU.
Um den Herausforderungen bei der Abfertigung großer Schiffe zu begegnen, wurde im Juli letzten Jahres ein Plan zur Verbesserung der Zufahrt zum Waltershofer Hafen von der Elbe aus und zur Schaffung zusätzlicher Lagerflächen für Containerterminals angekündigt. Vorläufige Schätzungen gehen von Gesamtinvestitionskosten von rund 1,1 Milliarden Euro aus, die teilweise aus öffentlichen Mitteln gedeckt werden. Die Arbeiten sollen bis Mitte der 2030er-Jahre abgeschlossen sein. Zusätzlich zu den öffentlichen Investitionen hat Eurogate einen vorläufigen Pachtvertrag für ein neues Gelände unterzeichnet und wird mindestens 700 Millionen Euro in die Erweiterung des bestehenden Containerterminals investieren. Die Arbeiten sollen innerhalb von zwei Jahren nach Übergabe des neu erschlossenen Geländes abgeschlossen sein.